Schweden: Fünf Teenager wegen Tötung eines 26-Jährigen verurteilt – DER SPIEGEL

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Ein Gericht im schwedischen Uppsala hat fünf junge Menschen wegen der Tötung eines 26-Jährigen verurteilt. Der älteste Angeklagte, der zum Tatzeitpunkt bereits volljährig war, erhielt lebenslange Haft, wie das Gericht mitteilte. Zwei seiner minderjährigen Brüder wurden zu je vier Jahren Jugendstrafe verurteilt. Der jüngste der vier Brüder und seine Freundin müssen wegen Beihilfe für je dreieinhalb Jahre in Jugendhaft.

Richter Lars Holmgård: Entscheidung im sogenannten Taximord

Richter Lars Holmgård sagte, der als Taximord in den Medien bekannt gewordene Fall trage Züge einer Hinrichtung. Das zur Tatzeit 15-jährige Mädchen hatte einen 26 Jahre alten Taxifahrer einen Monat vor der Tat wegen Vergewaltigung angezeigt.

Der Nachrichtenagentur TT zufolge lockte die 15-Jährige ihn dann Ende März mit der Aussicht auf ein Stelldichein in eine einsame Gegend. Dort wurde der Mann von ihrem Freund und dessen drei Brüdern überwältigt. Sie zwangen ihn, die Zugangscodes für sein Mobiltelefon und seine Bankkarte preiszugeben, schleppten ihn in einen Wald und erhängten ihn. Anschließend wurde das Konto des Mannes leer geräumt.

Das Gericht hatte aufgrund von Chatgesprächen, DNA-Spuren und anderen Indizien keine Zweifel an der Schuld der Angeklagten. Es ging aber davon aus, dass das Mädchen und der jüngste Angeklagte zum Zeitpunkt des Mordes nicht mehr am Tatort waren.

Zum Vergewaltigungsvorwurf des Mädchens sagte Richter Holmgård, das Gericht habe die Aussage zur Kenntnis genommen. Das sei jedoch nicht das eigentliche Thema des Prozesses gewesen.

Foto: Henrik Montgomery / TT / IMAGO